Was fühlst du eigentlich noch?

Wow, was für eine Frage!!! Das dachte ich schon als ich ihr begegnete damals in Tübingen an einer Häuserwand. Wann habt ihr euch oder andere einmal gefragt was sie fühlen? Ist das überhaupt erlaubt in der Welt der Effizienz, Ökonomisierung und Coolness?
Spätestens seit der uns alle betreffenden kollektiven Veränderung in Zeiten des Virus sind wir doch unseren Gefühlen ziemlich nah , stimmt`s? Gefühle kommen tief aus unserem Innern, sie zeigen uns den Weg zu unseren Bedürfnissen. Wenn ich mich beispielsweise ängstlich fühle, dann brauche ich Sicherheit. Wenn ich mich bedroht fühle brauche ich Schutz. Fühle ich mich ratlos brauche ich Rat. So könnt ihr ziemlich einfach herausfinden was ihr gerade benötigt. Gefühle sind der Wegweiser der Bedürfnisse. Gefühle finde ich eigentlich in meinem Herzen. Leider ist uns der Kontakt zu uns selbst häufig in der Kindheit oder Jugend abtrainiert worden.Selten wurde bei der Frage:“Wie fühlst Du Dich?“ mehr als ein „gut, schlecht, geht so“ erwartet. Als ich begann, mich mit GFK zu beschäftigen, suchte ich auch nach Gefühlen in meinem Kopf. Vielleicht habt ihr auch schon einmal auf die Frage wie es euch geht geantwortet:“Ich fühle mich übergangen.“ Das ist so ein Kopfgefühl, auch Pseudogefühl genannt. In ein echtes Gefühl lässt es sich mit der Frage „Wenn du denkst, Du wudest übergangen, wie fühlst du dich?“übersetzen. Auf diese Frage kann ich Kontakt zum eigentlichen Gefühl aufnehmen, das tief in meinem Inneren verborgen ist. das eigentliche Gefühl ist in der Regel dann :“ich fühle mich klein, wertlos, hilflos….“ Wenn ich auf dieser Reise zu den echten Gefühlen bis hier vorgedrungen bin, kann ich nun schauen, was brauche ich denn, wenn ich mich….fühle? Das ist für jeden Menschen sehr unterschiedlich. Wir alle nehmen Situationen, Krisen, Mails vom Chef, Post von den Eltern komplett unterschiedlich wahr. Die Gefühle sind eng verknüpft mit erlerntem Verhalten, mit Erinnerungen und Glaubenssätzen. Vielleicht erinnert ihr euch gerade an den Satz:“Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ oder „Ist doch alles nicht so schlimm, hab Dich nicht so.“ Doch, es ist schlimm und ein Indianer kennt Schmerzen! Solche Sätze blockieren den Zugang zu echten Gefühlen, die oft auch schmerzhaft sind und vermeintliche Schwäche zulassen. Es ist erlaubt, sich von alten Glaubenssätzen zu trennen und sie für sich und passend zu formulieren. Diese Sätze begleiten uns unbewußt bis weit in die Erwachsenenwelt hinein. Sie hindern uns, Kontakt zu den echten, zum Teil schmerzhaften Gefühlen aufzunehmen. Vielleicht habt ihr ja in diesen besonderen Zeiten Kraft und Lust , euch mit dieser Thematik zu beschäftigen.
„Was fühlst Du eigentlich noch?“ kann der wunderbare Beginn einer persönlichen Weiterentwicklung sein. Ich wünsche euch wundervolle Entdeckungen, Gefühlslisten-GFK findet ihr im Netz zur Unterstützung oder auch in den meisten GFK- Büchern, z.B.“Praktische Selbstempathie“ von Gerlinde Fritsch.

Ich liebe mein Leben

In diesen Zeiten ist es mir wichtig, lieb Gewonnenes weiter zu betreiben.Dazu gehört für mich das Schreiben des Blogs. Anfang März war ich durch die aktuellen Geschehnisse weltweit nahezu gelähmt und fühlte mich nicht in der Lage, klare Gedanken zu fassen und zu notieren. Heute scheint es mir, als lägen diese Tage Monate zurück. Vielleicht geht es euch ebenso, gerade jetzt gibt es viel innere Arbeit zu leisten. Neben den tatsächlichen Gefahren im Umfeld gibt es Unsicherheiten und Ungewißheit auf allen Ebenen. Wie sieht meine berufliche Zukunft aus? Wie geht es mit meiner Partnerschaft weiter, wenn wir beide vor großen finanziellen Problemen stehen, wann sehen wir uns endlich
wieder, wenn wir in verschiedenen Ländern oder Kontinenten leben? Was wird aus all unseren Freundschaften, die jetzt nur noch virtuell gepflegt werden können? Wann sehe ich meine Familie, meine Eltern oder Kinder wieder?
Das kann ziemlich bedrückend und schwer auf unseren Alltag wirken, vor allem, weil die Fragen nicht sofort zu beantworten sind und unsere Geduld und Langmut brauchen. In der heutigen Zeit sind wir gewohnt, alles immer zu bekommen oder uns abzulenken, wenn wir mit Ungewißheit umgehen müssen. dann gehen wir shoppen, genießen Kultur, schauen den neusten Kinofilm, lassen uns bei der Massage, beim Friseur oder im Spa verwöhnen. Anschließend können wir in geselliger Runde Essen gehen oder ein Bierchen trinken. Und jetzt?! Sind wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wir können uns endlich wieder einmal selbst begegnen und unsere eigenen Ressourcen entdecken! Unser Bedürfnis nach Sicherheit und Struktur können wir uns nämlich selbst sehr gut erfüllen, da braucht es kaum Unterstützung von außen. Verabredet euch doch mit euch selbst zu einer festen Tagesstruktur , setzt euch kleine Ziele, die ihr erreichen wollt und könnt. So könnt ihr täglich mit einer Person telefonieren, alle zwei Tage Fitness am Laptop machen und jeden Tag einen Spaziergang von dreißig Minuten machen. Ihr könntet versuchen, euch einen kleinen Plan für den April zu machen, schreibt mal auf was ihr am 30.April erreicht haben werdet,z.B., alle Blumentöpfe sind umgetopft, die Schreibtischschublade ist aufgeräumt, ein Brief an jeden Freund ist geschrieben… Ihr habt bestimmt genug Ideen, probiert es einfach aus! Es ist dann toll, wenn Vieles geschafft ist und ihr am 1.Mai Häkchen an die Ziele setzen könnt. Eine weitere tägliche Anregung könnte sein, sich mindestens eine positive Nachricht des Tages noch einmal zu vergegenwärtigen. In diesen Tagen gehen die positiven Nachrichten leider etwas unter. Viel Glück beim Ausprobieren ! Ich liebe mein Leben! das ist echt eine Herausforderung in diesen Zeiten, ich weiß. Als Coach fotografiere ich sehr gerne solche Lebensweisheiten,wenn ich unterwegs bin. Das gehört für mich zu Ich liebe mein Leben! Vor einigen Monaten wanderte ich mit meinem Lieblingsmenschen am Müggelsee entlang und kurz vor der Unterquerung durch den Müggelseetunnel fand ich an einem Laternenpfahl diese Ansage/ Aussage. Ich bin immer wieder berührt, wenn ich das Foto sehe, weil es mich an meine mir wichtigste Maxime erinnert -positiv bleiben und Kraft schöpfen aus dem Leben in all seinen Facetten.
Ich liebe mein Leben!

Ein Narr fragt in einer Stunde mehr, als zehn Gescheite in einem Jahr beantworten können.

"Ein Narr fragt in einer Stunde mehr, als zehn Gescheite in einem Jahr beantworten können."
In der Hochzeit des närrischen Treibens möchte ich euch heute mit dieser Facette des Coaching bekannt machen. Denn was ist der Coach anderes als ein Narr?! Die Kunst des Fragens ist neben dem Zuhören das wichtigste Handwerkszeug im Coaching.
„Ein Narr fragt in einer Stunde mehr, als zehn Gescheite in einem Jahr beantworten können.“
In der Hochzeit des närrischen Treibens möchte ich euch heute mit dieser Facette des Coaching bekannt machen. Denn was ist der Coach anderes als ein Narr?! Die Kunst des Fragens ist neben dem Zuhören das wichtigste Handwerkszeug im Coaching. Ein Narr spielt die Rolle des Unwissenden, Dummen. im Coaching ist es tatsächlich so, dass zu Beginn jedes neuen Treffens so eine Situation für den Coach entsteht. Nicht der Coach ist die wissende Person darin wohin sich sein Gegenüber entwickeln möchte – Nein,der Coachee weiß was das Thema ist, meist ist es allerdings unter viel Gerümpel verborgen und zeigt sich nicht. Hier kommt der Coach ins Spiel und beginnt zu fragen. langsam kommt dann etwas mehr Klarheit in das Gedankenwirrwarr und die verborgenen Ressourcen können sich zaghaft zeigen. Häufige Sätze in meinem Coachingalltag sind zum Beispiel “ Das geht doch nicht!“ Meine Frage ist dann: “ Was macht Sie so sicher? Wer hat Ihnen bestätigt, dass es nicht geht? Hat es schon einmal geklappt?“ So kommt Veränderung in Gang und damit ein Prozess, der lösungsorientiert ist. Manchmal geht das zügig, manchmal dauert es länger. Der Coach als Narr ist eine wunderbare Möglichkeit, mit Leichtigkeit, schwierige Themen anzusprechen, zu spiegeln und die Selbstentwicklungskräfte zu mobilisieren.
Vor kurzem hörte ich von einer Coachee, sie würde sich sowieso nie wieder verlieben. Meine Fragen waren unter anderem “ Was macht Sie so sicher, dass es nie wieder sein wird? Wie lange dauert Ihr nie wieder, was meinen Sie? Wer würde als erstes merken, dass Sie Ihre Meinung geändert haben? „Und nach einer guten Weile dann auch „Ich als Deine beste Freundin bin mir ganz sicher, dass Du Dich wieder verliebst.“ Dieser Art der Narrenarbeit als Coach ermöglicht es , einen lebendigen Prozess zu gestalten, verschiedene Rollen aufzuzeigen, sie stellvertretend einzunehmen und dadurch zur Reflexion und Veränderung aus sich selbst anzuregen. Das offene, interessierte Fragen schafft Verbindung zum Gegenüber und lässt genügend Raum für die freie Entdeckung und Ausgrabung der eigenen Kräfte, Ideen und Pläne.
In diesem Sinne viel Spaß beim Probieren und „Helau, Alaaf, Ahoi,…!“

Mit Walt Disney in die Zwanziger

Schon sind sie da die Zwanziger Jahre!!! Und ich bin mittendrin – und ihr auch. Als Kind schien mir die Ära der zwanziger Jahre mystisch. meine Großeltern waren Kinder und hatten schon einen Krieg, den Tod des Vaters und die Vertreibung aus der Heimat erlebt. Berlin wurde vor 100 Jahren zu Großberlin aus mehreren kleineren Städten. Es hat mich bewußt oder unbewußt in meiner Entwicklung begleitet und geprägt. Und plötzlich gibt es sie wieder, die zwanziger Jahre! In guter Gewohnheit habe ich mich auch in diesem Jahr mit dem Thema Vorsätze und Erreichen von Zielen beschäftigt. Dabei kam mir eine sehr wirksame, häufig genutzte Übung im Coaching in den Sinn: “ Die Walt-Disney-Methode (auch Walt-Disney-Strategie genannt; im englischen Sprachraum Disney method) ist eine Kreativitäts-Methode auf der Basis eines Rollenspiels, bei dem eine oder mehrere Personen ein Problem aus drei Blickwinkeln betrachten und diskutieren.

  1. Der Träumer ist subjektiv orientiert und enthusiastisch, enthält sich aber eines praktischen Urteils zu einer Idee oder Analyse.
  2. Der Realist nimmt einen pragmatisch-praktischen Standpunkt ein, entwickelt Aktivitätenpläne und untersucht die notwendigen Arbeitsschritte, -mechanismen und Voraussetzungen.
  3. Der Kritiker fordert heraus und prüft die Vorgaben der anderen. Ziel ist konstruktive und positive Kritik, die hilft, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren.

Die Methode kann sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen angewendet werden. Sie ist besonders hilfreich, wenn es darum geht, Ziele und Visionen zu konkretisieren und alltagstauglich zu gestalten.“ Wikipedia lieferte mir diese zusammenfassenden Gedanken dazu. In der täglichen Entscheidungsfindung zeigt sich die großartige Anwendbarkeit der Methode. Habt ihr zum Beispiel vor, mit wenig Geld ein eigenes Unternehmen aufzubauen, stellt euch mal die drei Stühle hin und nehmt Platz. Was sagt euer träumendes Ich zur Idee?, dann Platzwechsel zum kritischen Ich – vermutlich wird es gleich ungemütlich vor sich hin grummeln, dann schaut noch mal beim realistischen Ich vorbei. Vielleicht gibt es da schon einen konkreten, mit Zahlen unterfütterten Plan für die Geschäftsidee, das realistische Ich traute sich nur noch nicht aus der Reserve… Nur Mut! Es mag ungewohnt klingen, sich auf solchen Selbstversuch einzulassen. Mit ein bisschen Übung und Zeit gelingt es immer besser, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, um die eigenen Ressourcen zu erkennen oder auszugraben. ich vermute, der große Erfolg Walt Disneys begründet sich auch in der konsequenten Anwendung dieser Methode, da auch scheinbar sinnlose, ineffektive, nicht lösbare Ideen zum Vorschein kamen und es wert waren, von allen Seiten intensiv betrachtet und eventuell ausprobiert zu werden!

Die Methode geht auf Robert B. Dilts zurück, der über den berühmten Filmproduzenten und Zeichentrick-Pionier Walt Disney schrieb:

„… tatsächlich gab es drei Walts: den Träumer, den Realisten und den Miesepeter – …there were actually three different Walts: the dreamer, the realist, and the spoiler



Was ich in meinem Leben will, ist Einfühlsamkeit, ein Fluss zwischen mir und anderen, der auf gegenseitigem Geben von Herzen beruht.
(Marshall B. Rosenberg)

Dezemberwetter, windig, grau, schmuddelig und so gar nicht einladend, sich nach draußen zu bewegen, raus aus der eigenen Komfortzone und rein in den Empathiefluss!

Beim Forschen nach einem Dezemberthema für den Coachinglabor-Blog berührte mich dieser Satz Marshall Rosenbergs wieder einmal von Herzen. Beim Packen der jährlichen kleinen Weihnachtspakete für obdachlose Menschen in Berlin fragte ich mich plötzlich aus welchem Impuls heraus ich das eigentlich tue. Zum einen erfülle ich mir mit dem Stricken von Schals, Socken und Mützen mein Bedürfnis nach Kreativität und Sinn und zum anderen verbinde ich mich mit mir völlig Unbekannten, die durch welche Umstände auch immer ohne Obdach sind. Ich kann ihnen keine neue Wohnung bieten, aber vielleicht kann ich Freude schenken und weniger kalte Füße und Ohren. Empathie heißt für mich, kein „Danke“ zu erwarten, bedingungslos das zu teilen, was ich von Herzen geben möchte.

Mein Gegenüber kann sich entscheiden das Geschenk anzunehmen oder auch nicht.

Gerade in der Zeit der überbordenden Geschenkewelle zu Weihnachten kann ich mir auch beim Thema Geschenke überlegen:“ Aus welchem guten Grund schenke ich? Und was? Will ich das überhaupt? Kommt mein Geschenk von Herzen? Erwarte ich einen Dank?“

Einfühlsamkeit als Fluss zwischen mir und meinem Gegenüber heißt auch, anzuerkennen, wenn ich mit mir selbst wenig einfühlsam bin, die inneren Kritiker und Wölfe mir wieder einmal mitteilen was ich immer noch nicht gut kann, dass aus mir nie ein perfekter Mensch wird…. Dann tut es gut, das Gespräch mit sich selbst zu suchen, einen Moment inne zu halten und mal zu schauen, was gut gelaufen ist, sich an den Dingen zu erfreuen, die ich wirklich schon gut schaffe. Und schon wird es mir leichter fallen, zurück in mein eigenes Lot zu finden.

Denn nur, wenn wir mit uns selbst empathisch umgehen können wir in den Empathiefluss mit anderen eintauchen. Empathie ist keine Technik, sie ist ein Begegnungsraum im Herzen, jenseits von richtig und falsch getragen von dem Bedürfnis nach Verbindung und empathisch ist, wer wahrhaft und echt in Beziehung tritt mit sich selbst und anderen. Das kann ein kaum messbarer Sekundenmoment sein oder jeder andere Zeitraum.

Zum Jahresende ist es vielleicht interessant einmal nachzuspüren, welcher eurer Empathieflüsse gerade im Stocken ist, welcher gar von Austrocknung bedroht scheint…

Manchmal ist dann die Frage hilfreich:“ Was kann ich zum Wiederaufleben einer empathischen Verbindung beitragen? Was will ich aus ganzem Herzen beitragen? Komme ich an meine Grenze ? Möchte ich diese Verbindung beenden?“ das kann durchaus schmerzhaft und traurig stimmen, gleichzeitig unterstützt es den Weg zur eigenen Klarheit und zur Aufrichtigkeit in Beziehungen aller Art.

Auch das Schreiben dieser Texte in meinem Blog ist für mich neben eigener Reflexion eine empathische Verbindung mit all denjenigen, die sich mit Themen rund um Coaching, Veränderung und aufrichtiger Begegnung beschäftigen. ich danke euch für euer Feedback und das Interesse an meinen Gedanken!

Mach eine Pause und freue Dich über das Erreichte

„Mache eine Pause und freue Dich über das Erreichte!“

Dieser Satz von Marshall B.Rosenberg begleitet mich seit zehn Jahren. Zu dieser Zeit begann ich mich immer intensiver mit der Methode der Gewaltfreien Kommunikation zu beschäftigen. Ich besuchte verschiedene Seminare und Veranstaltungen zur Thematik und blieb dennoch äußerst skeptisch. Einfach so eine Pause machen als berufstätige Mama? Täglich im Balanceakt zwischen den unterschiedlichen Welten und Rollen, in denen ich unterwegs war. Da haben Pausen wenig Platz. So dachte ich jedenfalls. Ganz langsam, über die Jahre, habe ich für mich entdeckt wie wohltuend es für mich und mein Umfeld ist, wenn ich genügend Pause mache und mich über das Erreichte freue! Wie sieht es in eurem Alltag aus? Gibt es genug Zeit und Raum, Gelungenes zu feiern? Sind Pausen im Tagesablauf vorgesehen? Freut ihr euch, wenn etwas gelungen ist oder ihr in Verbindung kommt mit einem erfüllten Bedürfnis? Schaut mal was genau dazu beigetragen hat, dass ihr euch erfüllt und zufrieden fühlt? Wenn ihr es herausgefunden habt, macht mehr davon. Dann werdet ihr noch zufriedener werden. Diese Impulse aus Coaching und GFK bilden in meiner Welt eine Grundlage für Selbstliebe und Selbstfürsorge. Wenn ich selbst mit meinen Bedürfnissen in Kontakt bin kann ich für meine innere Balance sorgen, indem ich zum Beispiel täglich einfach mal fünf Minuten nichts tue. Probiert es einmal für eine Woche aus. Ich genieße heute täglich dieses kleine Ritual und denke dabei voller Dankbarkeit auch an Marshall B.Rosenberg.

Mensch ärgere Dich !


Vielleicht reibt ihr euch verwundert die Augen und lest innerlich – Mensch ärgere Dich nicht ! – Das ist das Erwartbare und Bekannte, stimmt. Die meisten von uns sind mit dem Spieleklassiker aufgewachsen, haben es manchmal geliebt und manchmal gehasst, je nachdem wie die Glücksfee das Würfelglück begleitete… Vielleicht sind dann manchmal auch die Spielfiguren über das Feld gekullert oder mit einem Wisch vom Tisch gefegt worden… Genau, ihr ward wütend und sauer, weil das Spiel anders als gedacht ausging. Wut ist eine Lebensenergie und ein Wecker! Aus Sicht der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) sind Ärger und Wut Schutzgefühle, die uns auf unsere unerfüllten Bedürfnisse hinweisen.
Wie beim Spielen begegnen wir der Wut auch im Alltag, z.B. auf der Arbeit. Schon wieder ist der Schreibtisch zugemüllt, nichts ist wiederzufinden, verdammt! Oder immer muss man den Kollegen hinterherlaufen, damit sie an das bevorstehende Meeting denken. Diese Beispiele gibt es in endloser Zahl im beruflichen und privaten Kontext. Wenn ihr also beim nächsten Mal seht, dass der Schreibtisch unaufgeräumt ist , ihr euch aufregt und wütend seid, stoppt, bedankt euch bei eurem inneren Wecker, dass ihr noch lebendig seid und euch ärgert. Dann überlegt mal, „Weiß mein Kollege eigentlich, dass mich die Unordnung stört, habe ich es schon deutlich geäußert oder habe ich stillschweigend vorrausgesetzt, dass er nmeine Ordnungskriterien erahnt?“ Vielleicht ergibt es sich, in einer Pause mal genau danach zu fragen oder auch eine positive Rückmeldung zu geben, wenn der Schreibtisch zu Beginn des Tages aufgeräumt war. Mit ein bisschen Übung und Sensibilisierung gelingt es ganz schnell so eine Änderung in den Alltag einzubauen. Dann wird die Wut und der Ärger zum Zeichen von Lebendigkeit für meine eigenen Bedürfnisse und nicht gegen meine Mitmenschen. Und dann wird das Miteinander friedvoller und es gibt weniger Anlässe, die uns wütend werden lassen.

Wende Dich stets der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich!

Wende Dich stets der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich!

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Oder wie ein berühmter und berüchtigter Staatenlenker zu sagen pflegte:“Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Septemberbeginn, das letzte Quartal im Jahr beginnt bald ! Der Sommer ist schon wieder vorbei, die zu Beginn des Jahres fest vorgenommenen Vorsätze sind noch nicht verwirklicht, das Umsetzen der neuen Strategien für mehr Leichtigkeit und Lebendigkeit stagnieren, ein spannenderes Arbeitsprojekt ist noch immer nicht in Sicht…STOPP!!! Das, was Energie für den nächsten Schritt nach vorn raubt ist das ständige Vergleichen mit dem was noch nicht perfekt ist, was früher leichter, besser und schöner war. War es das wirklich? Oder spielt uns unsere positive Verklärung der Vergangenheit einen Streich ? Wende Dich der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich – für mich bedeutet das Optimismus und Kraft für den nächsten Schritt wahrnehmen und ihn dann auch tun. Selbst in die Verantwortung kommen und sie konsequent weiter tragen bis zur Erreichung des selbst gesteckten Ziels. Wieviel einfacher ist es zu sagen:“ Ich kann dies und das nicht erreichen, weil ich heute nicht mehr so fit bin wie früher, weil ich nicht genug Geld habe, weil ich keine Ahnung habe, wie etwas funktionieren kann!“ STOPP!!! Schaut doch mal ob es euch möglich ist, dass Negative mit den vielen °nicht° Formulierte genau ins Gegenteil zu verkehren! Vielleicht so: „Ich bin heute für etwas anderes fit als früher, ich kann mit wenig oder gar keinem Geld dies und das erreichen, ich mache mich über Zusammenhänge schlau, damit ich Ahnung davon habe!“ Diese Ermunterung möchte ich euch für einen zauberschönen Herbst mitgeben. Übrigens, früher hätte ich auch gesagt:“Och, so ein schönes Foto von einer Sonnenblume hätte ich auch gern mal… Letzten August habe ich es selbst aufgenommen und freue mich jedes Mal, wenn ich es anschaue!“

Was träumen Sie, wenn Sie wach sind?

Hermann Scherer stellt diese Frage in seinem Buch „Schatzfinder“. Und mich erreicht er damit voll und ganz. Coaching besteht oft erst einmal aus Träumen, Ideen sammeln und Spinnen – ein „was wäre, wenn…“. Kinder schöpfen bei solchen Träumerein aus dem Vollen, sie sehen noch eine unendliche Blumenwiese voller Möglichkeiten vor sich. Später, nach Ausbildung oder Studium und Eintritt in die Berufstätigkeit sieht das meist ganz anders aus. da gibt es dann das Alltagsgeschäft, da sind die Brötchen zu verdienen, die die Familie ernähren, da ist das Alter oder die Gesundheit oder die Unabkömmlichkeit am Arbeitsplatz, die uns verharren lassen und die Träume verjagen.Vielleicht ist es auch so, dass sich eine Stagnation durch den Verlust von Arbeit eingeschlichen hat. Es scheint sehr mühevoll, neue Optionen zu denken oder gar zu träumen. Aus eigenem Erleben weiß ich wie wichtig es ist, scheinbar Unrealistisches zu träumen und dann Schritt für Schritt darauf hin zu arbeiten. Wichtig sind dabei kleine, machbare und überschaubare Ziele, die sich erreichen lassen. So können Sie z.B. ewig davon träumen, im Unternehmen nach langen Jahren etwas Spannenderes arbeiten. Wenn die Vorgesetzten niemals davon erfahren, wird es nichts werden. Trauen Sie sich aus der Deckung, zeigen Sie sich mit Ihren Träumen, sprechen Sie konkret aus, was Sie möchten. Je genauer Ihr Gegenüber weiß was Sie wollen, desto höher ist die Chance auf Erfüllung. Das gilt übrigens nicht nur im beruflichen Bereich. In der Partnerschaft, den Kindern gegenüber oder im Freundeskreis ergibt sich ein gutes Übungsfeld für das Ausprobieren von Träumen. Vielleicht entspricht es Ihrer Traumvorstellung, , jeden Dienstag gemeinsam mit allen Kindern zu essen. Dann sprechen Sie es aus. Erzählen Sie allen Beteiligten davon und werben Sie dafür. Sehr wahrscheinlich wird Ihr Traum Realität. Vielleicht träumen Sie davon, endlich das zu tun, was Sie immer schon mal machen wollten?! Dann starten Sie jetzt! Schauen Sie was es braucht, um den Traum real werden zu lassen. Schreiben Sie Pro und Contra auf – Sie werden überrascht sein, oft gewinnt das Pro. Dann schauen Sie, welche Ressourcen Sie für Ihren Traum brauchen und welche Sie schon haben. Ressourcen können neben Geld und Dingen auch Menschen, Häuser , Wissen, Sprachen,etc. sein.“Was träumen Sie, wenn Sie wach sind?“ ist also eine Inspiration für den Alltag . Haben Sie Mut und Humor für die kleinen und großen Abenteuer, die das Leben uns allen bietet, wenn wir Träume leben!

Das Leben ist schnell genug

Dieser Satz stand auf einem kleinen Teller in einem zauberhaften sächsischen Kaffeehaus. Gerade hat die zweite Jahreshälfte begonnen, die Tage werden wieder kürzer. Schnell noch die Sommerfeste und Grillpartys organisieren, die lauen Sommernächte im Freien verbringen, bevor es zu kalt ist. Freiberufler haben die neuen Jahresplaner für das kommende Jahr besorgt und sind mental schon mit dem Programm 2020 beschäftigt. In Schulen und Verwaltungen aller Art laufen die Planungen auf Hochtouren. Die Urlaubsreisen wollen ob der günstigen Preise rechtzeitig geplant sein, die begehrten Kurse für Hobbys sind auch rechtzeitig zu buchen, um einen sicheren Platz zu haben.Geht es euch auch so? Das Gefühl, sich immer schneller um immer mehr Dinge gleichzeitig kümmern zu müssen, scheint ein weit verbreitetes Phänomen der modernen Welt zu sein. „Das Leben ist schnell genug.“ kommt wie ein kleines Stoppzeichen daher, unaufdringlich, dennoch mit viel Tiefgang.Vielleicht ist es ja möglich, sich jeden Tag daran zu erinnern? Vielleicht dient dieser Satz als Impuls zur Gegenbewegung? Jeden Tag darf ich mich entscheiden, eine Alltagsangelegenheit langsam und in Ruhe zu tun – oder – auch mal nicht zu tun. Stattdessen darf ich mindestens zehn Minuten nur atmen und mich wieder neu sammeln für die vielen anderen zu lösenden Aufgaben. Vielleicht kann ich mir für einen Tag auch vornehmen, eine Sache nach der anderen zu erledigen anstatt mehrere gleichzeitig? „Das Leben ist schnell genug.“ Vielleicht gönnt ihr euch eine Pause bei einem Lieblingsgetränk und schaut einmal, was macht euer Leben eigentlich so schnell? Müsst ihr das Tempo wirklich beibehalten? Gibt es genug Pause in eurem Leben zum Kraft schöpfen und Ideen entwickeln? Wie wäre es, zum Start in die zweite Jahreshälfte mal eine kleine Bilanz zu ziehen was ihr Wunderbares in den ersten Monaten geschafft habt, worauf ihr stolz seid, wo ihr postive Energie tanken könnt. Diese positiven Dinge baut auch für die kommenden Monate ein, schaut, was ihr am Ende des Jahres erreicht haben wollt, für euch, für euer Wohlbefinden. An manchen Tagen wird auch weiterhin das Leben nicht schnell genug sein, wenn ihr euch auf etwas freut oder Dinge voranbringen wollt. An anderen ist es aber auch erlaubt, inne zu halten, zu atmen und langsam,Schritt für Schritt zu gehen, denn „Das Leben ist schnell genug.“